Im Zentrum des Wohnens …

Foto: Raumgestaltungssystem Openstyle von Schüco

… steht die Küche. Vom Möbel zum Raum, die Beschlagindustrie gestaltet raumübergreifende Einrichtungslösungen.

Multifunktional, nutzen- und komfortorientiert, raumübergreifend einsetzbar und montagefreundlich sollen sie sein, die intelligenten Beschlagtechnologien von heute und morgen. Hochintelligente Technik trifft auf filigranes oder gar wandelbares Design. Zudem prägen sie die Anforderungen innenarchitektonischen Designs von heute. Wir haben die Geschäftsführer der bedeutendsten deutschen Hersteller gefragt, wie dieser Trend auf internationaler Basis von der Beschlagindustrie eingeschätzt wird, welche zusätzlichen funktions- und designtechnischen Anforderungen diese Entwicklung an die Beschlagindustrie stellt und mit welchen Lösungen sie die Integration einer Küche in den Wohnraum heute vereinfachen.

Aufgrund der immer kleiner werdenden Wohnfläche verschmilzt die Küche mit dem Wohnraum zu einem Lebensraum. Foto: Blum

Küche und Wohnen, Schlafen und Bad – raumübergreifende Einrichtungslösungen liegen voll im Trend. Nicht nur in Deutschland, sondern auch international. Bei nahezu allen Neubauten wird die Küche zum Wohnraum hin mittlerweile offen geplant. Ein wichtiger Treiber für diese Entwicklung ist unter anderem die wachsende Urbanisierung: Kleiner werdende Wohnungsgrundrisse erfordern die optimale Nutzung vorhandener Räumlichkeiten. Durch die Verschmelzung von Küche und Wohnraum wird effektiv Platz gewonnen, der neu und anders genutzt werden kann. Hinzu kommt, dass sich die Küche gerade im gehobenen Preissegment immer mehr zu einem vor allen Dingen repräsentativen Bestandteil der Wohnungsarchitektur entwickelt.

Komfort, Funktionalität & Design

Foto: Kesseböhmer

Diente die Küche früher vor allem der Essenszubereitung, rückt sie zunehmend ins Zentrum des Wohnens. Das hat zur Folge, dass sich auch die Möbel verändern. Denn, wenn sich die Raumstruktur ändert, wandern Küchenmöbel in den Wohnbereich und andersherum. An Bedeutung gewinnen vor allem funktionale und wandelbare Möbel, mit denen vorhandene Flächen optimal genutzt werden können. Neben Komfort und Funktionalität spielt auch das Design dabei eine immer größere Rolle.

Wichtig ist dabei der Blick auf das große Ganze. Die Küche muss sich harmonisch in das Gesamtambiente einfügen. Sie muss schick sein, gleichzeitig aber auch funktional und ergonomisch. Reichte es früher noch, Entwicklungen für die Küche anzubieten, werden diese heute um zahlreiche Lösungen für den Wohn- und Schlafbereich, das Bad und den Hauswirtschaftsraum ergänzt.

Individuelle Lösungsansätze

Beschlaglösungen müssen dabei in erster Linie eine möglichst hohe Gestaltungsfreiheit mit unterschiedlichsten Materialien bieten und gleichzeitig Raum für neue Designideen lassen. So individuell wie die Wohnsituation und der persönliche Geschmack, sind auch die Lösungsansätze. Integration der Küche in den Wohnraum kann heißen, ich möchte für beide ein einheitliches Design mit ganz unterschiedlichen Funktionen haben. Oder ich möchte mehr Offenheit durch Regale schaffen, die sich durch Schiebetüren partiell schließen oder öffnen lassen. Ich kann aber auch meine ganze Küchenzeile hinter großen Schiebe- oder Falttüren verschwinden lassen, sodass mit einer Handbewegung die Unordnung verdeckt wird. Von der Kochnische über ganze Vorratsbereiche bis hin zum Verdecken von Waschmaschine und Trockner. Die Hersteller bieten zahlreiche Lösungen, mit denen sich die Küche perfekt in die Innenarchitektur integrieren lässt.

 

Um all diesen Anforderungen gerecht zu werden, müssen Design und Funktionalität Hand in Hand gehen: Sei es, bei den unterschiedlichen Beleuchtungskonzepten, dem Materialmix, aber auch bei den Gestaltungsmöglichkeiten wie dünne Fronten. Die Individualisierungsmöglichkeiten sind nahezu grenzenlos und machen mittlerweile selbst vor dem Innenleben der Schubkästen nicht mehr Halt. Waren sie früher noch reine Aufbewahrungselemente, ist heute praktisch ist jedes Material oder Muster realisierbar, sodass sie exakt zum persönlichen Geschmack und dem Einrichtungsstil passen. Eine wunderbare Verbindung zwischen den Möbelfronten im Wohnraum und den Küchenfronten lässt sich beispielsweise mit Holz realisieren.

Das Design von Planero ist universal angelegt und kann sowohl in der Küche als auch im Wohnbereich zum Einsatz kommen. Foto: Vauth Sagel

Unsichtbar in das Möbel integrierte Bewegungs-Systeme werten besonders minimalistische designte Möbel auf. Foto: Grass

Designprofile für Schubkästen werten Möbel auf. Foto: Hettich

Das Sensys Scharnier in Obsidianschwarz fügt sich optisch perfekt in dunklere Möbel ein. Foto: Hettich

Pocketsysteme für den puristischen Look

Die Kunst liegt darin, trotz aller hinzukommenden Anforderungen, die Komplexität von Produkten möglichst gering zu halten. Eine einfache Handhabung und Montage sind sowohl aus Kunden- als auch aus Sicht des Zwischenhändlers unerlässlich. Damit Geräte und Arbeitsflächen bei der Nutzung frei zugänglich bleiben, dürfen Türen die Bewegungsfreiheit des Nutzers nicht einschränken. Pocketsysteme erfüllen diesen Anspruch: Im geschlossenen Zustand integrieren sie Funktionsbereiche in die optische Gestaltung des Wohnraumes, und sorgen für einen aufgeräumten, puristischen Look. Ein besonderes Highlight ist in solchen Fällen ein griffloses Öffnen der Türen. Durch einfaches Antippen lassen sich sowohl Einzel- als auch Doppeltürsysteme öffnen und werden komfortabel in einem seitlichen Korpus versenkt. In offenen Wohnräumen besonders gefragt sind grifflose Lösungen mit weniger tiefen, aber sehr breiten Auszügen. Von den Beschlagherstellern erfordert dieser Trend eine höhere Tragfähigkeit und Seitenstabilisierung bei kürzeren Führungen.

Um Unordnung und Chaos verschwinden zu lassen können Türen den Blick auf die Küchenzeile verbergen. Foto: Salice

In Bewegung

Elektrische Verstellsysteme können Küchenmöbel noch flexibler, komfortabler und funktioneller machen. Höhenverstellbare Arbeitsflächen ermöglichen maximale Ergonomie, elektrische Stauraumlösungen zusätzliche Funktionalität. Wichtig ist den Hersteller dabei, dass ein solches Bewegungssystem das Gesamtdesign des Möbels aufwertet. Das kann zum Beispiel durch Individualisierungsmöglichkeiten bei der Zarge sowie durch das Anbieten verschiedenster Farbstellungen erfolgen.

 

Eine andere Option stellen für den Betrachter unsichtbar in das Möbel integrierte Bewegungs-Systeme dar, die besonders minimalistisch designte Möbel aufwerten. Der äußerliche Premium-Charakter der Möbel, geprägt durch Trends wie Transparenz, Offenheit und Individualisierung, setzt sich durch hochwertige Bewegungs-Systeme konsequent bis ins Möbelinnere fort. Die Kombination mit innovativen Scharnier-, Auszug- und Klappensysteme garantiert trotz des reduzierten Designs ein Maximum an Funktionalität.

Elektrische Verstellsysteme machen Küchen noch flexibler, komfortabler und funktioneller. Fotos: Linak

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